Historische Wertpapiere
Sind Dokumente der Entwicklungsgeschichte unserer Gesellschaft. Wertpapiere dienten in Österreich bereits vor einigen Jahrhunderten der Kapitalbeschaffung und Geldanlage. Im Jahre 1771 wurde durch Maria Theresia die Wiener Börse gegründet, wodurch der Handel mit Wertpapieren gesetzlichen Regelungen unterworfen wurde. Industrielle Erfindungen, Eisenbahnen, Bergwerke usw. benötigten neben wirtschaftlichen Ideen fast unbegrenzte Mengen an Kapital zur Realisierung der Pioniertaten. Vieles wäre damals ohne Wertpapiere nicht möglich gewesen und manches bildete die Grundlage für unseren heutigen Entwicklungsstand. Kaum etwas wurde damals nicht mit Aktien, Anleihen, Pfandbriefen, Kuxen, Genussscheinen, Obligationen usw. finanziert. Naturgemäß haben nicht alle Schuldner die Gründerjahre und Kriegswirren überstanden. Große Vermögen wurden “gemacht” und des Öfteren auch wieder verloren. Die älteste Aktie der Welt ist in der Amsterdamer Börse ausgestellt. Es handelt sich dabei um ein Zertifikat der ostindischen Handelskompanie aus dem Jahre 1602. Da es sich bei diesem Zertifikat um ein Unikat handelt, ist das Papier mit einer Million Gulden versichert.

Anlageobjekt, außergewöhnliches Geschenk und dekorativer Wandschmuck 
Historische Wertpapiere sind neben den traditionellen Werten ein neues Gebiet bei der Anlage von Vermögen. Ihr Wert liegt naturgemäß nicht in der Fähigkeit Renditen abzuwerfen, sondern in ihrem historischen und künstlerischen Gehalt und in ihrer Rarität. Das marktwirtschaftliche Prinzip von Angebot und Nachfrage spielt damit auch hier eine geradezu exemplarische Rolle. Manche dieser Papiere verzeichnen in nur wenigen Jahren oft einen sprunghaften Anstieg in ihrer Preisentwicklung. Historische Wertpapiere sind aber auch bestens als außergewöhnliches und geschmackvolles Geschenk geeignet. Auf persönliche Beziehungspunkte abgestimmt (Geburtsjahr, Hobby, Beruf … ) sind historische Titel wie maßgeschneidert als Geburtstags- und Jubiläumsgeschenk. Motive wie Flugzeuge, Schiffe, Automobile, Tiere und Landschaften bieten eigentlich für jeden Geschmack etwas. Schön gerahmt sind solche Papiere überdies ein sehr dekorativer Wandschmuck.

Die Kunst auf Wertpapieren
Historische Wertpapiere werden an keiner Börse mehr gehandelt. Ihr Preis ist dennoch oftmals höher als jener Papiere, die Händler und Makler auf dem Börsenparkett aushandeln. Der Grund dafür liegt u.a in der künstlerischen Gestaltung dieser Aktien. Viele Unternehmen ließen ihre Geschäftstätigkeit symbolisch auf ihren Wertpapieren darstellen. Dazu holten sie sich die besten Graveure, Stahl- oder Kupferstecher oder bekannte Maler wie Mucha, Casas, oder – wie vor allem in Wien – Jugendstilkünstler wie Josef Hoffmann, Kolo Moser aber auch Gustav Klimmt.

Kriterien zur Bewertung Historischer Wertpapiere 
Den geschichtsbewussten Sammler interessieren besonders jene Wertpapierurkunden von Unternehmen, Ländern, Städten usw., die heute keinen Naturalwert mehr haben. Wie beim Sammeln üblich, bestimmt den Wert solcher historischer Wertpapiere die Rarität, die Schönheit und der Zustand der Urkunde. Auch das Alter, die historische Bedeutung, das Ursprungsland und die einstige Auflagenhöhe sind für den Wert eines Papiers maßgeblich. Die verfügbare Stückzahl, Originalunterschriften oder Faksimileunterschriften und die grafische Gestaltung sind ein zusätzliches Kriterium für die Bewertung der Wertpapiere